Nun mach ich mich endlich an den nächsten Beitrag aus der Reihe „Damals und heute“. Das Monatsthema lautet diesmal „Kommunikation“ - ein sehr interessantes und vielschichtiges Thema. Ich hab Elkes Anregungen aufgegriffen und werde ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern!
*Kommunikation: Briefe*
Bis heute finde ich Briefe die schönste Form der Kommunikation – etwas für die Ewigkeit, das man gerne rausholt, um in Erinnerungen zu schwelgen (abgesehen von Mahnbriefen und Rechnungen natürlich *G*). Ich habe alle Briefe aufgehoben, die ich jemals erhalten hatte – ebenso Postkarten (hatte ich schon mal erwähnt, dass ich sehr lange Postkarten gesammelt habe und auf dem Speicher ein paar Kartons davon voll habe – sogar richtig schöne, alte Exemplare?). Ich habe mir zwar noch nie die Arbeit gemacht sie alle nochmal zu lesen, aber wer weiß, wie das im Alter sein wird *G*

Ganz besonders am Herzen liegen mir natürlich die alten Liebesbriefe … eigentlich schade, dass die jetzigen Generationen wohl nur noch selten zu so einem Liebesbeweis greifen (werden). Eine Liebes-Email oder Liebes-SMS ist ja wohl nicht zu vergleichen mit den Zeilen, die von Hand gekritzelt wurden, womöglich noch einparfümiert und mit liebevoll gezeichneten oder gebastelten „Zugaben“ … Ich hatte euch schon mal bei P52 ein Foto von alten Liebesbriefen gezeigt … diese schlimmen Did.dl-Karten *schauder*
Natürlich hatte ich auch Brieffreunde – an dieser Stelle werde ich nur die drei wichtigsten erwähnen. Und weil ich Briefeschreiben so toll fand, hab ich mir dann auch ganz viele tolle Briefpapiere besorgt (auch die hab ich gesammelt und mit einer Freundin regelmäßig getauscht). Bis heute hab ich noch nen Karton voll, aber ob ich das jemals loskriege, ist fraglich … Solche Motive würde ich heute glaub ich nur bedingt hernehmen *räusper*

Eine meiner fleißigen Briefeschreiberinnen war Frau Magister, von der ich hier ja schon öfter berichtet hab. Sie ist nach der Realschule ins Ausland gegangen und wir hielten dann jahrelang den Kontakt über Briefe – später (seeehr viel später) dann auch ab und zu per Mail.
Aus meiner zweiten jahrelangen Brieffreundschaft ist durch glückliche Zufälle eine echte Freundschaft geworden. Etwa im Jahre 1994 (glaub ich zumindest) hab ich über diese Kinderzeitschrift meine Namensvetterin kennengelernt. Ich hab sie angeschrieben, weil sie eben den gleichen Namen hatte, wie ich. Wir schrieben uns teilweise jede Woche – über Jahre hinweg. Wir schrieben uns so ziemlich alles und schickten uns auch Fotos und anderen Mädchen-Krimskrams. Später hatten wir dann auch Kontakt per sms oder Mail. Aber nie hatten wir telefoniert. Sie wohnte zu der Zeit in Rheinland-Pfalz – ein Treffen war also auch nicht wirklich möglich. Bis sie im Jahre 2004 nach langer Arbeitslosigkeit eine Stelle in Bayern angeboten bekam – und zwar nur 40 km von meiner Stadt. Unser erstes Treffen war wirklich aufregend – man „kannte“ sich so gut, aber dann doch wieder nicht. Das war auch das erste Mal, dass wir miteinander gesprochen hatten. Seit dem gehört sie zu meinem engen Freundeskreis und ist mittlerweile schon heimelig in Bayern geworden!
Die dritte Brieffreundschaft, die erwähnenswert ist, war mein französischer Urlaubsflirt im Jahre 1999. Wir verbrachten drei unendlich romantische Tage miteinander (ich glaub, das war wirklich das Romantischste, das ich jemals erlebt hab *seufz*). Zu der Zeit hatte ich zum Glück Französisch in der Schule gelernt, wobei wir eigentlich kaum miteinander sprachen *hüstel* Wir versprachen uns zu schreiben – das taten wir auch. Er auf Französisch und ich auf französisch-Kauderwelsch *lach* Mühsam erarbeitete ich mir meine Briefe mit dem Wörterbuch und dem Können, das ich mir auf der Realschule im freiwilligen Nachmittagskurs angeeignet hatte. Ab und zu konnte ich die ein oder andere Person einspannen, die gut Französisch konnte, um mir einen „anständigen“ Brief zu schreiben. Das Ganze ging doch relativ lang … sicher ein Jahr … und ich hab mich immer irre gefreut, wenn ein Briefchen von meinem „kleinen Franzosen“ (er war jünger als ich) im Briefkasten lag. Irgendwann hat sich das Ganze verlaufen … schade eigentlich!
*Kommunikation: Telefon*
Unser erstes Telefon in der Heimat bekamen wir sehr spät – Mitte der 80er. Hah waren wir damals stolz. Ich kann mich erinnern, dass ich meine Telefonnummer gleich auswendig konnte und sie im Kindergarten weitergegeben hatte. Mein Kindergartenschwarm rief mich daraufhin an … wir standen ne viertel Stunde schweigend am Telefon, weil keiner sich getraut hat was zu sagen. Bis meine Mutter endlich das Ganze in die Hand nahm und meinte, ich solle jetzt auflegen, wenn ich nix zu sagen hab. Hihi … süß irgendwie! *G*
Das Telefon war auch ein paar Jahre lang der einzige Draht zu meinem Dad, der vor uns nach Deutschland ausgewandert ist. Ich hab mich immer irre gefreut ihn zu hören und ihm alles erzählen zu können, was so bei uns passierte. Als wir dann nach Deutschland gekommen sind, hatten wir zunächst auch kein Telefon. Ich kann mich gut erinnern, dass meine Mum dann immer aus der Telefonzelle unsere Familie angerufen hatte. Die war gegenüber von unserer damaligen Wohnung und ich konnte sie vom Fenster aus sehen. Man musste ewig wählen, bis eine Leitung frei wurde … das waren noch Zeiten! Umso mehr hat man sich dann gefreut, als man kurz (es war ja sehr teuer ins Ausland zu telefonieren!) seine Liebsten hören konnte.
Ich glaub so um 1990 hatten wir dann auch hier in Deutschland endlich unseren eigenen Telefonanschluss. Wir hatten eins dieser superhäßlichen Tel.ekom-Telefone (bzw. Post-Telefone – den magenta Riesen gab´s ja damals noch nicht). War ja auch schon ein Fortschritt, dass man keine Drehscheibe hatte, sondern Knöpfchen zum Drücken *G* Dazu ein Foto vom Foto abfotografiert … der Doofhund wurde halt von mir ab und zu für diverse Schandtaten missbraucht *G*

Hah fand ich das toll, als wir dann endlich ein schnurrloses Telefon hatten, das ich auch in mein Zimmer nehmen konnte, ohne einen ewig langen Kabelsalat hinter mir herziehen zu müssen. Später dann hatte ich ein eigenes Telefon im Zimmer … man konnte dann von zwei Telefonen aus mit jemandem reden bzw. mithören. War manchmal ganz praktisch, vor allem, wenn man irgendwelchen Schabernack betrieben hat *G*
Eine Zeit lang hatten meine Freundin und ich das „Hobby“ Telefonscherze zu machen oder auf kostenlose Nummern anzurufen. Sehr beliebt waren auch die *Piep*-Hotlines, auf denen man als Frau umsonst angerufen und dann Lustmolche verarscht hat. Meistens haben wir sowas von der Telefonzelle aus gemacht – aber meine Freundin kannte da nix: wenn ihre Eltern nicht da waren, dann riefen wir eben von ihr aus an. Damals gab´s ja noch nicht sowas wie Rufnummerübermittlung bzw. Rufnummernanzeige. Wenn ich so daran zurückdenke, waren wir manchmal ganz schön bitter … Eine ältere Dame riefen wir besonders gerne an, denn sie meinte immer, wir sind ihre kleine Enkelin. Die war dann ganz schön geschockt, als ihre kleine Susanne ihr anfing was von Schni.edelwu.tzen zu erzählen
Natürlich musste auch so der ein oder andere Mann an unsere Anruf-Attaken glauben … ohje ohje … Mrs. Karibale war ganz schön böse als Teenager!
Früher hab ich auch viel mehr telefoniert und eigentlich auch ganz gerne. Man rief sich ständig an – auch wenn man sich gerade eben noch ein paar Stunden lang in der Schule oder beim gemeinsamen Treffen gesehen hatte. Und dabei gab es damals noch keine Telefon-Flatrate! Mittlerweile bin ich eher ein Telefon-Müffel … ich telefoniere äußerst selten und mit nur ganz wenigen Leuten schaffe ich es auch länger als 15 Minuten zu reden. Ganz besonders schlimm ist es, wenn ich Fremde anrufen soll!
*Kommunikation: Zeitalter des Handys*
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die ersten Leute Handys hatten. Ich hatte zu der Zeit ein paar Bekannte in einer Jungenclique, die Handys hatte und dachte mir damals: „Wow, die müssen ja reich sein, wenn sie sich sowas leisten können„. Bevor ich ein Handy bekommen hatte, ließ ich mir zu Weihnachten einen Pager schenken:

Im Endeffekt war das eine riesige Fehlinvestition, denn man musste immer bei einer Zentrale anrufen, dort seinen Text aufsagen und erst dann wurde das auf den Pager geschickt. Alles superumständlich und auch ziemlich teuer. Deswegen hatte ich selten die Ehre mal eine Nachricht auf das Ding zu bekommen … prima Sache *G*
Zu meinem 18 Geburtstag im Jahre 1999 bekam ich dann mein erstes Handy. Ein rieeeesiges Ding – fast schon ein Ziegelstein mit Antenne. Es war ein prepaid-Handy – und das hab ich bis heute so beibehalten, denn was anderes lohnt sich bei mir nicht. Ich hab zwar ständig die Anbieter gewechselt und somit auch die Telefonnummern, aber nie hatte ich einen Vertrag. Die Telefone waren auch witzig:

Hah fand ich das toll mit den auswechselbaren Schalen, den Handylogos, die man sich bestellen konnte … den Klingeltönen … und diesen ASCII-SMSen für die Nok.ia-Handys … könnt ihr euch noch erinnern? Diese Bildchen, die nur aus Zeichen zusammengesetzt waren! Die hab ich gesammelt … dummerweise hatte ich nie sonderlich viel Handyspeicher. Ah ja – die ersten sms-en hab ich mir auch immer alle in meinen Kalender notiert. Und bei meinem ersten Ziegelstein Handy musste man noch die Nummer per Hand eintippen, wenn man ne sms schicken wollte. Somit hatte ich doch tatsächlich sicherlich 10 Handynummern im Kopf … Meisterleistung … meine jetzige Handynummer hab ich erst vor kurzem auswendig gelernt *lach* Ah und ich hab es geliebt auf den Nok.ia-Handys „Snake“ zu spielen … stundenlang konnte ich das machen und war am Schluss richtig gut!
Momentan telefonier ich hiermit:

Ein Sam.sung Klapphandy … es musste unbedingt ein Klapphandy sein *G* Hab ich jetzt auch schon ne kleine Ewigkeit … aber es funzt immer noch und das ist gut so. Ich brauch keinen besonderen Schnickschnack! Hauptsache ich kann sms-en verschicken und telefonieren … gut – die Handycam ist ab und zu auch ganz nützlich … aber das war´s! Ich telefonier äußerst selten mit dem Handy – es ist eher ein Notfallhandy. Deswegen reichen mir die Prepaid-Guthaben oft wochenlang. Wenn ich länger telefonieren will, mach ich das über Festnetz und gut ist!
*Kommunikation: Internet und so*
Momentan ist mein liebstes Kommunikationsmedium das Internet – eigentlich schon seit Jahren. Ne Zeit lang war ich diversen Communities angetan (mein „Einstieg“ war bei Uboot, später folgte kwic.k). Dort lernte ich auch einen Haufen Leute kennen, mit denen ich teilweise bis heute Kontakt habe. Sehr aktiv war ich auch bei diversen Chats und bei ICQ. Heute hab ich zwar sowohl einen ICQ, als auch nen skype-Account, nutze beides aber sehr selten. Ähnlich ist es mit den Network-Seiten. Irgendwann wurde mir das zu viel und zu unübersichtlich, so dass ich mich letztendlich auf Studi (Vergnüngen) und X.ing (Karriere) beschränkt hab. Ersteres raubt mir eh schon genug Zeit *lach*, so dass ich jetzt radikal eine Nutzungskürzung vorgenommen habe.
Ich schreibe auch relativ viele E-Mails. Manchmal geht das schneller und ist einfacher als ne sms oder per Telefon, denn ich bin eigentlich so gut wie den ganzen Tag online und Out.look läuft ständig nebenher.
Mein allerliebstes Kommunikationsmedium allerdings ist die Blogger-Welt. Auf den Geschmack gekommen bin ich etwa 2005 durch eine eigentlich unschöne Geschichte. Aber seit dem begleiten mich immer mehr liebe Menschen auf diesem Weg, manche von ihnen sogar von der allerersten Stunde an. Ich habe durch´s Bloggen wahnsinnig viele wundervolle Menschen kennengelernt! Mit einigen von ihnen habe ich bereits telefoniert, manche getroffen, mit einigen Postkarten geschrieben … ich möchte es nie mehr missen! Ich bin sehr offen für die virtuelle Kommunikation und habe schon ettliche Internet-Freunde (nicht nur aus Bloggerhausen) zu meinen real-life-Freunden gemacht bzw. im Fall des Liebsten zur real-life-Liebe *G*. Ich möchte also nie mehr auf diese Möglichkeit in meinem Leben verzichten … Mein Blog ist für mich ein Teil meines Lebens und meine Leser gehören fest dazu. Auch wenn ich das hier strikt von meinem real-life trenne (niemand in meinem persönlichen Umfeld weiß davon), ist meine Blog-Identität repräsentativ für mein Leben.
Doch die face-to-face-Kommunikation ist einfach unersätzlich! Es gibt nicht´s schöneres als lange Gespräche mit guten Freunden oder anregende Unterhaltungen mit neuen Bekannten. Kommunikation ist mir sehr wichtig – eigentlich unverzichtbar – egal mit oder durch welches Medium. Mrs. Karibale ist eben eine olle Quasseltante *G*
















